E-Mobilität

Solarstrom und Elektroauto: Ladezeiten als Planungsfaktor

Praxisorientierte Grundlagen für eine bessere Vorbereitung auf die individuelle Photovoltaikplanung.

Solarstrom und Elektroauto: Ladezeiten als Planungsfaktor

Ein Elektroauto kann den Stromverbrauch eines Haushalts verändern und zugleich eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Solarstrom direkt zu nutzen. Entscheidend ist nicht nur die Fahrleistung, sondern vor allem, wann das Fahrzeug am Haus steht und geladen werden kann. Deshalb sollte die Mobilität möglichst früh in die Photovoltaikplanung einfließen und nicht erst nachträglich als zusätzlicher Verbraucher betrachtet werden.

Direktes Laden vermeidet eine zusätzliche Speicherstufe

Wenn das Fahrzeug in Zeiten hoher PV-Erzeugung angeschlossen ist, kann ein Teil des Solarstroms direkt in die Fahrzeugbatterie fließen. Das ist eine andere Nutzung als das Zwischenspeichern im Hausspeicher und sollte deshalb bereits bei der Systemplanung berücksichtigt werden. Wie groß dieser Anteil sein kann, hängt stark von Standzeiten, Ladeleistung und der tatsächlich verfügbaren Solarleistung ab.

Alltagsfrage

Steht das Fahrzeug werktags tagsüber am Haus, überwiegend abends oder nur am Wochenende? Diese einfache Information verändert die Verbrauchsbetrachtung.

Fahrleistung in Energiebedarf übersetzen

Für eine Vorabschätzung kann die typische Fahrleistung gemeinsam mit dem realen Fahrzeugverbrauch betrachtet werden. Eine genaue Systemauslegung benötigt später konkretere Daten, doch schon eine grobe Einordnung zeigt, ob Mobilität einen kleinen oder wesentlichen Anteil am zukünftigen Strombedarf hat. Wichtig ist dabei, nicht nur einen theoretischen Fahrzeugverbrauch, sondern die tatsächliche Nutzung im Alltag zu betrachten.

Wallbox und Lastmanagement gehören zur Systemfrage

Die Ladeeinrichtung ist Teil der elektrischen Gesamtanlage. Bei mehreren großen Verbrauchern kann die zeitliche Steuerung relevant werden. Photovoltaik, Speicher, Hausverbrauch und Fahrzeugladung sollten deshalb nicht als vier voneinander unabhängige Projekte betrachtet werden. Ein abgestimmtes Energiemanagement kann dafür sorgen, dass verfügbare Leistung sinnvoll zwischen Haushalt und Fahrzeug verteilt wird.

Mehrere Fahrzeuge oder wechselnde Ladezeiten einplanen

Wenn künftig ein zweites Elektroauto hinzukommt oder Fahrzeuge zu unterschiedlichen Zeiten geladen werden, verändert sich das Lastprofil erneut. Schon bei der ersten Planung kann es daher sinnvoll sein, Erweiterungsmöglichkeiten und die elektrische Anschlussleistung mitzudenken. Das bedeutet nicht, die Anlage unnötig groß auszulegen, sondern spätere Änderungen nicht vollständig auszublenden.

Heute planen, ohne morgen festzulegen

Auch wenn das Elektroauto erst später kommt, kann die Planung Reserven und spätere Erweiterungen berücksichtigen. Welche Lösung technisch sinnvoll ist, hängt vom Gebäude, dem Netzanschluss und den tatsächlich eingesetzten Komponenten ab. Für eine erste Beratung helfen Angaben zu Fahrleistung, typischen Standzeiten, gewünschtem Ladefenster und dazu, ob ein Hausspeicher vorgesehen ist.